Ballade vom Esterhazykeller
hier erfahren sie mehr über die Fürsten Esterhazy
hier erfahren sie mehr über die Tradition des Esterhazyweines
Historisches
Nicht, was du trinkst, mein Freund, bedenk auch wo Willst du Musik und wilden Freudentrubel, Weiber, Gesang und Rausch, kurz tollen Festtagsjubel. Dann geh zum Heurigen und sei dort froh! Doch trinkst besinnlich du und gern allein Als stiller Zecher deinen Becher Wein, Damit dich seine guten Geister rufen, Dann steig herab die siebenundzwanzig Stufen. Du bist bei Gott hier nicht der erste Mann Der seinen Humpen schwingt, sich zu betrinken, Die Mauern sahen manchen Wackern sinken. Schon als vor Wien stand Sultan Soliman. Die Wachen saßen hier bei Kienspanschein Soffen des Fürsten gern geschenkten Wein Und liefen – drang von draußen Allah Rufen – Zum Kampf empor die siebenundzwanzig Stufen. Und mancher kehrte nimmermehr zurück. Fuhr ihm der Pfeil in die noch feuchte Kehle, Weintrunken löste sich dann seine Seele. Und das, mein Freund gesteh, auch das war Glück. Und kehren wir zurück zur Erde Schoß, So wünsch ich dir und mir ein gleiches Los. Hell bleibt die Seele – soll der Tod uns rufen, Huscht sie hinauf die siebenundzwanzig Stufen. Nachwort Doch denk an Tod nicht, Wenn der Wein dir schmeckt, Trink nicht zu sparsam, trink in vollen Zügen! Vergiß die Wahrheit, träum dir Lebenslügen Denn, Lieber, auch der Nüchterndste verreckt. Bist du im Glück, dann feiere hier dein Glück, Hast du’s verloren, träum dir’s hier zurück. Und schlägt das Schicksal dich mit harten Hufen, Dann steig erst recht herab die siebenundzwanzig Stufen (Im Stil des Francois Villon)
Joseph Haydn, der große Komponist, war Kapellmeister bei Fürst Esterházy. Er war ein großer Weinliebhaber und ließ sich hier im Esterházykeller bei gutem Wein für viele seiner Werke inspirieren.
Ganz in der Nähe des Esterházykellers befand sich zur Zeit des Türkenkrieges 1683 die Stadtmauer. Fürst Esterházy stellte zur Verteidigung der Stadt Heerscharen zur Verfügung. Die Geschichte erzählt, daß die Verteidiger vor dem Kampf mit Freiwein versorgt wurden und dann mit viel Mut und guter Laune gegen die türkische Übermacht kämpfte. Dies war der Beginn der Weinausschank im Esterházykeller. Seit dieser Zeit hat sich die Tradition erhalten, im Esterházykeller fürstlichen Wein aus dem Schloß Esterházy in Eisenstadt auszuschenken. Die handgemachten Ziegel des Originalgewölbes aus dem 15. Jahrhundert erzählen von Sagen, Legenden, Weinseligkeit und Brauchtum. Und dies ist der Esterházykeller bis heute geblieben. Ein Ort der Geselligkeit, Lebensfreude und Kommunikation.
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